Heimspiel für Pronto im Kofmehl

Konzertkritik: Pronto in Solothurn
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©Manuela Troxler (Handyfoto)

Pronto’s Heimspiel begann etwa eine Stunde zu spät, fashionably late also und es begann mit den ersten Klängen des Songs «Priceless», seinem beliebtesten Track, mehr als 22 Millionen Mal wurde er auf Spotify bereits abgespielt.

 

Auf «Priceless» folgten weitere Hits am Laufband, wie «Baga», «President» oder «Wünshe dir», alle unverkennbar Pronto’s musikalischen Fingerabdruck tragend: genuschelter Slang auf Schweizerdeutsch, der dann fliessend ins Englische übergeht, unterstrichen von intensiven Trap- und stimmungsmachenden AfroBeats. Die Beats wurden dem Solothurner bereits in die Wiege gelegt, schon als Kind tourte Pronto (bürgerlich Senyo Mensah) mit seinen Eltern – sein Vater Drummer, seine Mutter Tänzerin – durch Europa.

 

Pronto’s Songs sind alle so tanzbar und eingängig, dass die ausgelassene Stimmung im Kofmehl an diesem verregneten Samstagabend in Solothurn praktisch gratis kam. Viele Worte verlor der gebürtige Solothurner mit ghanaischen Wurzeln an diesem Abend dafür nicht. Er wirkte zwar durchaus gut gelaunt und grinste hin und wieder breit zu seinen Fans, machte aber den Anschein, dass er vor allem seine Songs für sich sprechen lassen wollte.

 

Die wenigen Dinge, die er dann doch sagte, liessen einen sympathischen, herzlichen Menschen hinter dem Künstler Pronto (früher auch ‘Pronto Dinero’) erahnen, dem es am Herzen lag, seinen treuen Fans eine ausgelassene Show zu bieten. Auch wenn der Sound der Boxen im Übertragen der lauten Bässe teilweise etwas ins Dröhnen überschwappte und etwas zu viele Airhorns eingesetzt wurden, Pronto lieferte eine gigantische Show ab, sodass die treuen Fans in seiner Heimatstadt definitiv auf ihre Kosten kamen.

 

  • Künstler: Pronto
  • Genre: Rap, Trap, AfroBeat
  • Datum: 16. März 2024
  • Location: Kofmehl, Solothurn

 

Manuela Troxler / Di, 19. Mär 2024